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Holzatelier H.Westerkamp

Holzhautnah - Holz-Skulpturen

Vollholz als Werkstoff

Eine fachgerechte Auswahl und Verarbeitung des Werkstoffes Holz ist mir, mit fortschreitender Ausbildung erst recht, immer vordergründig gewesen und bei der Erstellung der Rohlinge für meine Skulpturen sehr wichtig. Ich nutze jedoch auch gerne die Möglichkeit Holzfehler (sogenannte) nicht nur zu vermeiden, sondern bewusst in die Skulpturen reinzunehmen oder diese sogar zu platzieren. Vollholz in diesen dicken Dimension zu bearbeiten bedeutet auch, erschwerende Eigenschaften dieses Werkstoffes zu berücksichtigen und zu akzeptieren. Bei einigen Konstruktionen der Holzverarbeitung ein Vorteil, das Quellen des Holzes bei Feuchtigkeitsaufnahme, z. B. Bootsbau, stellt sich diese Eigenschaft bei vielen Anwendungen eher nachteilig dar. Geschickte Auswahl der Holzlamellen vor dem Verleimen des Rohlings und die Auswahl fachgerechter Holzverbindungen berücksichtigen dieses Verhalten, aber schalten es nicht aus. So wird sich möglicherweise an der einen oder anderen Skulptur z. B. auch mal ein Riss im Holz zeigen, dicke Holzblöcke entwickeln große Kräfte. Die Modelle sind für Innenräume konzipiert, am besten gleichbleibendes Wohnklima. Im Außenbereich werden sie schneller altern als wir Menschen.

Die Holzskulptur June im Park entsteht
June im Park entsteht lebensgroß
Die Holz-Skulptur Schachdame Nr.2 entsteht
Schachdame Nr. 2 entsteht in Lebensgröße

Eine Skulptur aus Holz entsteht

Am Anfang steht eine Vision, eine Idee, ein Verlangen, ein Hirnflitz oder auch ein Erlebnis. Mehr oder weniger ausgereift ist dieser Ansatz, manchmal stellt sich dieser auch eher schemenhaft dar und wird im Entstehungsprozess konkreter durch Ausprobieren, Posieren, Fotografieren, Besprechen, Überdenken, Überschlafen… So entstehen - spontan oder geplant - Posen, immer festgehalten in Foto oder Skizze.

Der so komponierte Moment wird als gleich mittels Abformung am Model zum Modell. Zahllose Formen ergeben endlich die Modellvorlage des kompletten Models.

Die Skulptur ist entworfen, die 1:1-Vorlage erstellt, jetzt muss diese Gestalt in Holz – um jeden Preis. Nicht das Holz bestimmt den Entwurf, nein das mache ich. Der Baumstamm gibt Farbe und Maserung vor, meine intelligent verleimten Holzblöcke die Formgebung.

Trockenes Holz, gerne heimisch, wenigstens europäisch, sehr selten doch global, wartet, lange gelagert, und sehr gespannt, welches Model ich aus ihm freilege oder wo es zumindest mitwirken darf.

Farbe, Duft, Maserung, Porigkeit, Langlebigkeit, Bearbeitbarkeit, Gewicht und Eigenheiten sind Bewerbungskriterien meiner Hölzer, die mich auch versuchen, zu täuschen.

Aufgeschnitten und wieder verleimt werden diese widerspenstigen Holzzicken, weil zu dünn, zu dick, zu gut, zu schlecht, zu arbeitend, zu faul. Kombiniert, auch miteinander, achte ich darauf, dass sie sich vertragen.

Große Holzblöcke entstehen nach endloser Abstimmung dieser Charaktere. Ein wunderbares Gefühl für mich, so schön zu sehen und zu fühlen. Der Ansporn, die Vision freizulegen, lässt mich hier nicht verharren; die grobe Form des Werkes wird schnell von Hand freigefräst. Es ist nicht wirklich schnell, die Zeit fängt an zu Raffern. Alle diese Blöcke werden kleiner, leichter, geschmeidiger und nach meiner Empfindung schöner. Grobfräsen, Nachfräsen, Raspeln, Schleifen, Details ausarbeiten, innehalten, kontrollieren, Zweifel, - und ehrlich - Angst. Dieser störrische Werkstoff lässt sich nicht spurenfrei anflicken. Weg ist weg, abtragende Werkstoffbearbeitung eben.

Die einzelnen ausmodellierten Blöcke werden ein Ganzes, unsichtbar verbunden und zusammengesetzt. Andere Werkstoffe helfen, unmögliche Holzkonstruktionen zu erlauben. Holzflüsterer können vertrauen: Es wurde möglich gemacht.

Details werden weiter ausgearbeitet oder vollendet, grobe Strukturen weichen feinen, vieles geht erst am kompletten Block. Es kommt der Zeitpunkt, da geht es nicht weiter, da komme ich nicht weiter, es wird nicht besser, ich kann es nicht besser, ich bin fertig, sie ist fertig, ich habe sie befreit, -sie gehört nun zu dieser Welt. Leiste Deinen Beitrag, meine Liebe.

Meine Models

Meine ersten Models habe ich in meinem Bekanntenkreis gefunden; ein Model ist schon vorher als posierendes Aktmodell tätig gewesen. Durch Weitererzählen sind neue Kontakte entstanden. Fremde, die schon einige meiner Arbeiten gesehen haben, sprechen mich an, um sich als Model anzubieten, manchmal ergibt sich eine Zusammenarbeit daraus. Gegebenenfalls gehe ich auch auf Menschen zu, um diese als Model zu gewinnen.

Meine Models müssen nicht irgendwelchen vorgegebenen Maßen entsprechen, nicht in bestimmten Altersgruppen, aber mindestens 18 Jahre alt, sein. Gesellschaftliche oder persönliche Schönheitsideale spielen keine Rolle, es muss aber zu meinen Werken passen.

Penni Labskaus entsteht

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